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Das neue Smartphone der Kanzlerin – Das Hochsicherheits-Handy für Angela Merkel

E-Mails schreiben, SMS verschicken, auf Facebook surfen: Mit dem neuen Sicherheits-Handy für Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Geheimnisträger in Zukunft alles kein Problem mehr. Jetzt bleibt nur noch die Frage: Samsung oder Blackberry?
Das zentrale Thema der CeBIT in Hannover lautet „Shareconomy“ („share“ und „economy“), das Teilen von Informationen über das Internet. Erfahrungen, Wissen und Ressourcen sollen in Zukunft noch einfacher gemeinsam genutzt werden können. Nur eine will bei dem diesjährigen Motto der Messe nicht so richtig mitspielen: Angela Merkel. Von einem selbstlosen Teilen ihrer Informationen hält die Bundeskanzlerin verständlicherweise wenig. Die Regierungschefin und weitere Geheimnisträger sollen Mitte des Jahres daher ein neues Sicherheits-Handy bekommen. Merkel schien am Dienstag interessiert, ließ sich Funktionen wie E-Mail vorführen und probierte auch selbst aus, wie man zwischen dem privaten und dem besonders geschützten geschäftlichen Bereich wechseln kann.

Mit dem abhörsicheren Smartphone kann die Kanzlerin sicher telefonieren, surfen, SMS schreiben und verschlüsselte E-Mails verschicken. Zuvor war ein Gerät für das sichere Telefonieren und ein Gerät für das Verfassen von sicheren E-Mails notwendig. Auch Zugänge zu Facebook

und Twitter sind auf dem neuen Handy über speziell angepasste Apps erlaubt. Bislang waren die Dienste auf Sicherheitsgründen gesperrt. Einzig wenn Siegmar Gabriel ein weiteres Mal auf die Idee kommen sollte, vertrauliche Kurznachrichten an die Presse weiterzugeben, wäre selbst das Hochsicherheitsgerät machtlos. Insgesamt werden 10 000 der 2500 Euro teuren Smartphone an Ministerien und Behörden geliefert.

Prestige-Auftrag für Telekom und Secusmart

Nach Angaben der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ erhielten die Telekom-Tochter T-Systems und der Düsseldorfer Sicherheitsspezialist Secusmart vom zuständigen Beschaffungsamt den Zuschlag für Aufbau und Betrieb des neuen sicheren Kommunikationssystems. Jedes der beiden Unternehmen liefert jeweils die Hälfte der Geräte. Die Telekom nutzt für ihre Simko3 (Sichere mobile Kommunikation) genannte Lösung Samsung-Telefone vom Typ Galaxy S2 und S3. Die Düsseldorfer Secusmart baut auf das neue Blackberry-Modell Z10. Die Kanzlerin hat also die Auswahl.

Secusmart-Geschäftsführer Christoph Quelle betonte gegenüber der dpa noch vor Beginn der CeBIT die Wichtigkeit, ein hochsicheres Gerät für Sprachtelefonie und Datennutzung gleichzeitig zu entwickeln: „Bisher brauchte man ein Gerät fürs sichere Telefonieren und ein zweites für sichere E-Mails. Das Smartphone war damit nicht mehr smart, sobald es sicher gemacht wurde.“ Die Secusmart-Lösung sei weltweit einzigartig und werde auch in anderen Ländern zum Einsatz kommen.

Blackberry steuert bei der Entwicklung die Vorteile seiner neuen Funktion Balance bei, mit der ein Smartphone in einen geschäftlichen und einen privaten Bereich getrennt werden kann. „Zum Beispiel sieht man dann in einem Kalender im privaten Teil, dass ein Zeitraum von einem beruflichen Termin belegt ist – bekommt aber nicht angezeigt, um welchen Termin es sich handelt“, erläuterte Blackberry-Experte Marcus Klische.
 
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